So funktionieren Zeitwertkonten

In Geld geführte Zeitkonten oder Zeitwertkonten ermöglichen dem Unternehmen die flexibelste Arbeitszeitgestaltung und Kapitalaufbau für die Arbeitnehmer.

Deutsche Unternehmen operieren heutzutage in einem globalisierten Umfeld und stehen im direkten Wettbewerb mit Unternehmen aus Ländern, die attraktive Standortbedingungen bieten. Zusätzlich müssen Unternehmen hierzulande mit im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen hohen Arbeitskosten und Mehrarbeitszuschlägen kalkulieren.

Um diesen und anderen Herausforderungen begegnen zu können, greifen Unternehmen auf verschiedene Formen der Arbeitszeitflexibilisierung zurück. In Geld geführte Zeitwertkonten ermöglichen dem Unternehmen die flexibelste Arbeitszeitgestaltung und Kapitalaufbau für die Arbeitnehmer.


Wie aus Zeit Geld wird
Mit Zeitwertkonten kann jeder Arbeitnehmer (§1 LStDV) über ein Depot den Bezug von Teilen seiner Vergütung (Lohn, Gehalt, Tantiemen, Urlaubsgeld etc.) und deren Besteuerung auf einen beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft verschieben. Weder die Höhe noch die Dauer oder die Regelmäßigkeit sind begrenzt bzw. eingeschränkt.

Zeitwertkonten - Wie aus Zeit Geld wird


Sie selbst entscheiden wann Sie Steuern zahlen
Für alle dem Depot zugeführten Bruttobezüge gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Bruttosparen. Steuern und SV-Beiträge werden erst abgeführt, wenn das Depotguthaben zu einem späteren Zeitpunkt zu Teilen oder gesamt an den Arbeitnehmer ausgeschüttet wird.

Zeitwertkonten - Umwandlung

In der Ansparphase des Zeitwertkontos werden die ansonsten abzuführenden  Lohnsteuern und SV-Beiträge des Umwandlungsbetrages für den Arbeitnehmer in Form von Investments oder in Versicherungslösungen angelegt. Durch die eigene Bestimmung der Auszahlungszeitpunkte zu den optimalen steuerlichen Bedingungen und durch die Möglichkeit zur steuerlichen Verlagerung auf mehrere Einkunftsjahre in die Zukunft  kann die effektive Nettoauszahlung entsprechend erhöht werden.


Jede Anlage am Kapitalmarkt ist möglich
Durch Bruttosparen kann der Anlagebetrag im Vergleich zu einer privaten Lebensversicherung (Nettosparen) um bis zu 120 % erhöht werden, was zu einem deutlich höheren Netto-Kapitalendvermögen führt. Zusätzlich bestehen auch keine Vorgaben hinsichtlich der Anlageform, so dass jeder Arbeitnehmer, gemäß seinem Anleger- und Risikoprofil, eine Anlageform beliebig auswählen kann.


Wie aus Geld wieder (freie) Zeit wird - Beispiel Elternzeit, Sabattical und Vorruhestand
Das Zeitwertkonto bietet die Möglichkeit zum finanziell gesicherten Ausstieg aus der Arbeit schon vor Erreichen von Rentenalter oder Vorruhestand.
Während der Freistellung werden Sozialabgaben und Lohnsteuer vom Unternehmen abgeführt. Der Arbeitnehmer bleibt hierdurch voll versichert. Die Verwendung des Guthabens ist grundsätzlich abhängig von der Vereinbarung welche Arbeitnehmer und Arbeitgeber miteinander getroffen haben.
Zeitwertkonten - Auszahlung und / oder Übertragung in baVZeitwertkonten - Auszahlung und / oder Übertragung in baV
 

Übertragung von Zeitwertkontenguthaben und Steuern in die bAV
Zeitwertkonten ermöglichen bei Erreichen des Rentenalters die komplette oder teilweise Übertragung von Zeitwertkontenguthaben, eingesparten Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in die betriebliche Altersversorgung.
So etwa würde bei einer Übertragung von Zeitwertkonten in eine betriebliche Altersversorgung, innerhalb der rechtlichen und steuerlichen Vorgaben, keine Steuer- und Sozialabgabenlast anfallen. Nur eine dann resultierende Rentenleistung aus einem Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung müsste besteuert und verbeitragt werden.
Zeitwertkonten - Auszahlung und / oder Übertragung in baV


Wenn Zeitwertkonten gestört werden - Die Störfallregelungen
Störfälle führen zur frühzeitigen Beendigung von Zeitwertkonten und müssen dementsprechend behandelt werden.

Störfall Regelung
Kündigung Übertragung auf einen anderen Arbeitgerber innerhalb von 6 Monaten oder Auszahlung mit Besteuerung nach § 34 EStG möglich
Erwerbsminderung Auszahlung z. B. bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit
Insolvenz des Unternehmens Übertragung auf einen anderen Arbeitgerber innerhalb von 6 Monaten oder Auszahlung mit Besteuerung nach § 34 EStG
Tod des Arbeitnehmers Wertguthaben wird an Hinterbliebene ausbezahlt

Zeitwertkonten - Auszahlung des Wertguthabens oder Übertragung auf neuen Arbeitgeber

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